Ist mehrsprachiger Video-Content gut für SEO?

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Mai 1, 2020

Heute beschäftigen wir uns mit der Frage, ob mehrsprachiger Video-Content gut für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist. Video-Content hat im vergangenen Jahrzehnt exponentiell an Bedeutung gewonnen und ist heute in den meisten Marketingstrategien fest verankert. Aber wie lassen sich Videoinhalte – und konkret mehrsprachige Videoinhalte – in SEO-Strategien einbinden?

Ian:Video-Content ist offensichtlich sehr wichtig für die Kundenansprache geworden. Aber wie lassen sich Videoinhalte für SEO-Zwecke einsetzen?

Tim:Dieser Bereich entwickelt sich rasend schnell. Vor nicht allzu langer Zeit waren Videos für SEO eigentlich belanglos, weil es bei SEO ausschließlich um schriftlichen Content ging. Noch vor wenigen Jahren verstand Google den gesprochenen Text von Videos nicht, sodass Video-Content abgesehen von schriftlichen Titeln und anderen Metadaten keine Punkte bei der Suchmaschinenoptimierung brachte.

Das hat sich geändert, denn heute werden Videoinhalte von Google und YouTube automatisch transkribiert und indexiert. YouTube hat vor kurzem die Indexierung sämtlicher Videoinhalte angekündigt, was wiederum die automatische Erstellung von Untertiteln ermöglicht. Dies ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung von Video-Content. Mit transkribiertem Video-Content kann Google schnell und einfach Inhalte finden, die für den eingegebenen Suchbegriff relevant sind.

Ian:Angesichts der Dominanz von Videos scheint die Antwort auf meine nächste Frage auf der Hand zu liegen: Ist mehrsprachiger Video-Content gut für SEO?

Tim: Transkribierte, übersetzte und untertitelte Videoinhalte unterstützen SEO und somit die Auffindbarkeit in jeder Sprache. Aus einsprachigen Videos werden mehrsprachige Videos, was sich positiv auf die Suchmaschinenoptimierung für die einzelnen Zielmärkte auswirkt. Wenn man übersetzten Video-Content hat, könnte das ein weiterer Vorteil sein, denn häufig genug wird die Konkurrenz ihren Content nicht übersetzt haben. Wenn der Nutzer einen Suchbegriff eintippt, wird ihm Google wahrscheinlich verschiedene Content-Typen anzeigen. Auf den Ergebnisseiten von Suchmaschinen sieht man manchmal eine lange Liste mit Treffern auf Websites und manchmal auch eine horizontale Liste mit Bildern. Vielleicht sieht man auch einige Treffer mit Videoinhalten in einem anderen Abschnitt einer Google-Seite. Und wenn man dort mit seinem zum Beispiel ins Französische übersetzten Video-Content erscheint, dann ist es deutlich wahrscheinlicher, dass man sich die Aufmerksamkeit der Kunden in Frankreich sichert.

Mehrsprachiger Video-Content auf Suchergebnisseiten (SERPs)

Ian:Sollte man Videos auch in der Originalsprache mit Untertiteln versehen?

Tim:In den meisten Fällen lautet die Antwort ja. Es mag ästhetische Gründe geben, darauf zu verzichten, aber es gibt schon gewichtige Argumente, die dafür sprechen. YouTube ist zwar mittlerweile in der Lage, Video-Content zu transkribieren, aber der Prozess ist nicht perfekt. Wenn undeutlich, mit Akzent oder im Jargon gesprochen wird, sind Fehler in der Transkription zu erwarten.

Mit einer eigenen Transkription geht man auf Nummer sicher und kann außerdem dafür sorgen, dass die gewünschten Keywords in den Untertiteln verwendet werden. Automatische Transkriptionsdienste wie Simon Says sind hier eine große Hilfe. Man muss die Ergebnisse zwar noch einmal überprüfen, aber die Zeitersparnis ist erheblich. Wir können dies auch für unsere Kunden übernehmen, wenn ihnen die Kapazitäten fehlen, und die Kosten dafür sind wirklich nicht sehr hoch.

Ein weiteres Argument für Untertitel: Im Newsfeed von Facebook oder LinkedIn werden Videos stummgeschaltet angezeigt. Es muss also etwas Sichtbares geben, sodass der Benutzer sofort weiß, worum es in dem Video geht. Dieses Problem lässt sich mit Untertiteln lösen.

Und noch ein Argument: In einem Büro wird man eher vermeiden wollen Videos mit Ton abzuspielen, möchte sich aber trotzdem das Video anschauen und verstehen, worum es geht.

Ian:Was kann man noch tun, damit mehrsprachiger Video-Content gut für die SEO-Ergebnisse ist?

Tim: Abgesehen von Übersetzung, Transkription und Untertitelung gibt es dafür die bewährten SEO-Verfahren, durch die ein Video gut gefunden werden kann. Auf der Webseite, auf der man das Video einstellt, müssen lokalisierte Keywords und Meta Descriptions vorhanden sein, sowie eine ebenfalls übersetzte Beschreibung des Videos. All dies trägt dazu bei, dass die Videos vom jeweiligen Zielpublikum besser gefunden werden. Und man sollte eine Video-Sitemap anlegen, falls man noch keine hat. So kann Google die Website besser crawlen und relevante Videos finden. Viele Websites haben keine Video-Sitemap, obwohl sie sich leicht anlegen lässt.

Ian:Wo sollte man Videos hosten?

Tim:Mein grundsätzlicher Ratschlag wäre: auf der eigenen Website! Denn wenn man sie nur auf YouTube einstellt, schickt man seine Kunden zu YouTube. Sobald der Kunde auf YouTube ist, möchte YouTube, dass er dort bleibt und sich das nächste Video ansieht, das zwar zum Suchbegriff passt, aber wahrscheinlich nicht von mir stammt. Befindet sich das Video hingegen auf meiner Website, habe ich eher eine Chance, meinen Kunden zum nächsten Schritt zu bewegen: zu bestellen, zu abonnieren oder was auch immer mein Ziel ist. Das heißt: Auch wenn es etwas aufwendiger ist, Videos selbst zu hosten, ist der geschäftliche Nutzen immens.

Will man Videos auf der eigenen Website hosten, darf man sich keine Patzer leisten. Der Kunde erwartet eine einwandfreie Funktion des Videos. Das heißt, es muss sofort abgespielt werden und nicht erst lange laden. Also muss man sich auf Dinge wie CDN (Content Delivery Networks) konzentrieren, was wir schon einmal angesprochen haben. Die Videoqualität spielt natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle (habe ich 4K Auflösung?), außerdem responsive Programmierung und die Eignung für verschiedene Geräte.

Wenn jemand bei Google sucht, sollte er zuerst Ihre Website finden und nicht YouTube.

Es empfiehlt sich zwar, Videos auf der eigenen Website selbst zu hosten, aber nicht nur. Die Videos sollten unbedingt auch auf YouTube eingestellt werden. Es ist ja gut möglich, dass ein Kunde auf YouTube nach meinem Produkt oder meiner Dienstleistung sucht. Und dann möchte ich natürlich, dass er meine Angebote auch dort findet. Es geht also nicht um entweder/oder, sondern um beides.

Beim Einstellen auf YouTube ist es wichtig, einen Link zur eigenen Website anzugeben. Auch wenn die Leute mein Produkt oder meine Dienstleistung auf YouTube finden können, sollte man dafür sorgen, dass sie einen einfachen Weg zurück zu meiner Website haben. Neben den Untertiteln muss man sich auch über die Titel der Videos Gedanken machen. Eine gute Beschreibung ist ein weiteres Element, mit dem man seinem Video die bestmögliche Chance gibt, vom Verbraucher gefunden zu werden.

Das Wichtigste ist also: Wenn jemand bei Google sucht, sollte er zuerst Ihre Website finden und nicht YouTube.

Ian:Hast du noch einen zusätzlichen Tipp zu Videos?

Tim:Ja, aber er hat nicht direkt mit Übersetzungen zu tun. Nachweislich geht die Interaktion in den Keller, wenn Videos länger als 2 Minuten sind. Es gibt natürlich Ausnahmen und genügend YouTube-Kanäle, die de facto eine Alternative zum Fernsehen darstellen. Kommerzielle Videos, mit denen Produkte und Dienstleistungen beworben werden, sollten aber unbedingt kurz gehalten werden. Einige Plattformen wie Instagram haben Zeitbeschränkungen. Und wenn man bedenkt, wie die Leute auf Twitter mit Videos interagieren, liegt es auf der Hand, dass man Videos dort auf 30 Sekunden oder weniger begrenzen muss.

Wir haben ein Video zum Start unseres Abonnements für Übersetzungen erstellt, das etwa fünfzig Sekunden dauert, aber erst 30 Sekunden länger war. Es war nicht allzu schwierig, es auf unter eine Minute zu kürzen, aber dadurch schauen es sich bestimmt mehr Leute bis zum Ende an. Ein kürzeres Video hat auch weniger Text, sodass die Übersetzung günstiger wird – ein zusätzlicher Anreiz, Videos übersetzen und untertiteln zu lassen!

Man muss sich immer vorstellen, dass das eigene Video vielleicht das einzige ist, das die Zielgruppe in ihrer Nachrichtenflut sieht. Und da soll der Eindruck natürlich so gut wie irgend möglich sein. Daher muss man auch die grafischen Inhalte zu jedem Video in alle Zielsprachen übersetzen lassen.

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